Was ist eine Gebärmuttersenkung und wie wird sie behandelt?
Die Gebärmuttersenkung gehört zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Frauen und kann durch fortschreitendes Alter, häufige Geburten und bestimmte Erkrankungen verursacht werden. Dieser Zustand, auch als Beckenorganprolaps (POP) bezeichnet, hat eine multifaktorielle Ätiologie. Vaginale Geburten, höheres Alter und ein hoher Body-Mass-Index zählen zu den konsistentesten Risikofaktoren [1].
In den meisten Fällen macht sich dieser Zustand zunächst durch leichte Schmerzen bemerkbar und wird von vielen Frauen anfangs nicht ernst genommen. Im weiteren Verlauf können sich die Symptome jedoch verschlimmern. Wenn die Schmerzen intensiver werden, kann es zu einem sichtbaren Absinken der Gebärmutter kommen. Die Gebärmuttersenkung kann sowohl physiologische als auch psychologische Auswirkungen haben.
“ ”Eine Gebärmuttersenkung beginnt oft mit einem vernachlässigten Symptom. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung sind der effektivste Weg, die Lebensqualität zu erhalten und chirurgische Eingriffe zu vermeiden.
Was ist eine Gebärmuttersenkung?
Die Gebärmutter ist ein weibliches Fortpflanzungsorgan, das fest an den seitlichen Beckenwänden verankert und durch die Beckenbodenmuskulatur stabilisiert wird. Abhängig von bestimmten Faktoren können sich diese Muskeln abschwächen, wodurch die Gebärmutter nach unten absinkt. Der Beckenorganprolaps entsteht durch eine Schädigung oder Funktionsstörung der Levator-ani-Muskulatur und der vaginalen Bindegewebsstrukturen [2].
Ein Absinken der Gebärmutter kann sich auch auf den Darm und die Harnblase auswirken und zu deren Senkung führen. Bei etwa 40 % der Frauen mit Prolaps tritt gleichzeitig eine Belastungsinkontinenz auf, bei 37 % eine überaktive Blase und bei 50 % eine Stuhlinkontinenz [2]. Daher handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbedingt behandelt werden sollte.
Welche Stadien hat die Gebärmuttersenkung?
Die Gebärmuttersenkung wird in der Regel in vier Stadien (nach dem POP-Q-System) eingeteilt:
- Stadium 1 (leicht): Die Gebärmutter sinkt in den oberen Bereich der Vagina ab. Die Symptome sind sehr mild und oft kaum wahrnehmbar.
- Stadium 2 (mittel): Die Gebärmutter erreicht die vaginale Öffnung. Es kann ein Druckgefühl oder eine tastbare Masse auftreten.
- Stadium 3 (schwer): Das abgesunkene Gewebe tritt aus der Vaginalöffnung hervor und wird sichtbar.
- Stadium 4 (sehr schwer / vollständiger Prolaps): Die Gebärmutter befindet sich vollständig außerhalb der Vagina.
Zusätzlich berichten Patientinnen über das Gefühl, auf einem Ball zu sitzen, Schmerzen im unteren Rückenbereich, sexuelle Unzufriedenheit und Veränderungen der Darmfunktion [1].
Für weitere Informationen zur Straffung des Intimbereichs besuchen Sie bitte unsere Seite Intimstraffung.
Warum entsteht eine Gebärmuttersenkung?
Der Beckenorganprolaps hat eine multifaktorielle Ursache. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fortgeschrittenes Alter
- Schwangerschaft und Mehrlingsgeburten
- Geburt eines überdurchschnittlich schweren Kindes
- Übergewicht
- Chronischer Husten
- Beckentumoren
- Rauchen und Alkoholkonsum
- Schwäche der Beckenbodenmuskulatur
- Menopause und sinkender Östrogenspiegel
- Familiäre Veranlagung
- Vorherige Beckenoperationen (z. B. Hysterektomie)
Wie wird eine Gebärmuttersenkung behandelt?
Die Behandlung hängt vom Schweregrad der Senkung ab und wird durch eine gynäkologische Untersuchung bestimmt.
Bei leichten Fällen werden häufig Beckenbodenübungen (Kegel-Übungen) empfohlen. Studien zeigen, dass 45–60 Wiederholungen pro Tag die Symptome verbessern können, jedoch keine vollständige Heilung bewirken.
Eine weitere nicht-chirurgische Option ist die Verwendung eines vaginalen Pessars. Viele Patientinnen entscheiden sich zunächst für diese Methode.
Wenn die Senkung jedoch die Lebensqualität beeinträchtigt oder andere Organe betrifft, ist eine Operation erforderlich. Chirurgische Methoden werden in rekonstruktive und obliterative Verfahren unterteilt. In schweren Fällen kann auch eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) notwendig sein.
Weitere Informationen zur Behandlung von Harninkontinenz finden Sie auf unserer Seite Behandlung von Harninkontinenz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- ❓
Geht eine Gebärmuttersenkung von selbst zurück?
Nein. In frühen Stadien können Übungen helfen, die Symptome zu lindern, jedoch ist meist eine medizinische Behandlung erforderlich.
- ❓
Heilen Kegel-Übungen die Gebärmuttersenkung?
Sie verbessern die Symptome, können die Senkung jedoch nicht vollständig rückgängig machen.
- ❓
Nach wie vielen Geburten tritt eine Gebärmuttersenkung auf?
Das Risiko steigt mit der Anzahl vaginaler Geburten, kann aber auch nach einer einzigen Geburt auftreten.
- ❓
Schützt ein Kaiserschnitt vor einer Gebärmuttersenkung?
Ein Kaiserschnitt kann das Risiko reduzieren, eliminiert es jedoch nicht vollständig.
- ❓
Ist eine Operation eine dauerhafte Lösung?
Chirurgische Eingriffe haben hohe Erfolgsraten, jedoch besteht ein gewisses Risiko für ein Wiederauftreten.
Referenzen
- Maher et al. (2007)
- Smith & Heit (2017)
- Vergeldt et al. (2015)
- Bordeianou et al. (2023)