Was ist ein Rektumprolaps (Darmvorfall) und gibt es eine Behandlung da
Die Rektozele, im Volksmund häufig als Darmbruch bezeichnet, ist ein Beckenbodenproblem, bei dem sich das Rektum in Richtung der hinteren Vaginalwand vorwölbt. Sie tritt besonders häufig bei Frauen mit vaginaler Geburtsgeschichte, chronischer Verstopfung, langanhaltendem Pressen oder geschwächter Beckenbodenunterstützung auf. In milden Fällen kann sie symptomlos verlaufen; in fortgeschrittenen Stadien kann sie jedoch Beschwerden wie erschwerte Stuhlentleerung, Druckgefühl in der Vagina, das Gefühl einer unvollständigen Entleerung, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität verursachen [1][2].
“”Obwohl die Rektozele oft nur als Darmproblem betrachtet wird, handelt es sich tatsächlich um ein wichtiges Gesundheitsproblem, das die allgemeine Unterstützung des Beckenbodens betrifft und sowohl den Komfort als auch die Lebensqualität beeinflussen kann. Eine frühzeitige Abklärung erweitert die Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist eine Rektozele?
Die Rektozele ist eine Vorwölbung des Rektums in Richtung der hinteren Vaginalwand infolge einer Schwächung der stützenden Gewebe zwischen Rektum und Vagina. Sie ist eine Form des Beckenorganprolapses und wird medizinisch auch als posteriorer Vaginalwandprolaps bezeichnet. In milden Fällen bleibt sie oft lange unbemerkt. In ausgeprägteren Fällen treten Beschwerden wie erschwerte Stuhlentleerung, ein Druckgefühl in der Vagina oder eine tastbare Vorwölbung auf [1][2][3].
Warum entsteht eine Rektozele?
Die Hauptursache ist die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und des Bindegewebes. Wenn diese Strukturen mit der Zeit nachgeben, beginnt das Rektum gegen die hintere Vaginalwand zu drücken [1][2].
- Schwierige oder multiple vaginale Geburten
- Geburtstrauma im Beckenbodenbereich
- Chronische Verstopfung und langanhaltendes Pressen
- Fortgeschrittenes Alter und menopausale Gewebeveränderungen
- Schwere körperliche Belastung und Heben
- Vorherige Operationen im Beckenbereich
- Chronischer Husten oder erhöhter intraabdominaler Druck
- Angeborene Schwäche des Beckenbodens
Insbesondere Geburtstraumata, chronische Verstopfung und wiederholter Druckanstieg im Bauchraum spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung. In einigen Fällen tritt die Rektozele gemeinsam mit anderen Beckenbodenproblemen wie Zystozele oder Gebärmuttersenkung auf [1][3][4].
Wer ist häufiger betroffen?
Eine Rektozele kann in jedem Alter auftreten, wird jedoch am häufigsten bei Frauen mit vaginalen Geburten und im Laufe der Zeit nachlassender Beckenbodenstabilität beobachtet. Besonders nach der Menopause steigt das Risiko durch die Abnahme der Gewebeelastizität [1][4].
Mehrfache Geburten, chronische Verstopfung, starkes Pressen beim Stuhlgang und körperlich belastende Tätigkeiten können die Entstehung begünstigen. Daher sollte bei entsprechenden Beschwerden immer auch eine Beckenbodenschwäche in Betracht gezogen werden [2][4].
Welche Symptome treten bei einer Rektozele auf?
In manchen Fällen verursacht die Rektozele keine Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, betreffen sie meist die Stuhlentleerung und den vaginalen Komfort [1][2][3]:
- Schwierigkeiten beim Stuhlgang
- Gefühl der unvollständigen Entleerung
- Häufiger Pressdrang
- Fragmentierte oder erschwerte Defäkation
- Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Vagina
- Tastbare Vorwölbung in der Vagina
- Schmerzen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
- Druckgefühl im Beckenbereich
Die Beschwerden können sich im Tagesverlauf verstärken, insbesondere nach längerem Stehen oder beim Toilettengang. Manche Frauen verbinden die Symptome nur mit Verstopfung, während bei anderen das vaginale Druckgefühl im Vordergrund steht [1][2].
Weitere Informationen zu Symptomen und modernen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite Rektozele-Behandlung.
Wie wird eine Rektozele diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt meist durch eine ausführliche gynäkologische Untersuchung. Während der Untersuchung kann die Patientin gebeten werden zu pressen, um die Vorwölbung sichtbar zu machen. Je nach Schweregrad und Begleiterkrankungen können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein [1][4].
In einigen Fällen werden bildgebende Verfahren oder funktionelle Tests eingesetzt, um die Defäkationsstörung genauer zu beurteilen, insbesondere wenn weitere Prolapsformen vorliegen [4][5].
Was passiert, wenn sie unbehandelt bleibt?
Nicht jede Rektozele erfordert eine Operation. Bei milden und symptomfreien Fällen kann eine Beobachtung ausreichend sein. Bei ausgeprägten Beschwerden kann jedoch eine Verschlechterung der Stuhlentleerung, vermehrtes Pressen, stärkeres Druckgefühl und eine verminderte Lebensqualität auftreten [1][2][4].
Die Behandlungsentscheidung sollte daher nicht nur anhand der anatomischen Befunde, sondern auch anhand der Symptome und der Lebensqualität getroffen werden [4][5].
Wie wird eine Rektozele behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden, dem Grad des Prolapses, dem Alter der Patientin und begleitenden Beckenbodenproblemen. Zunächst werden konservative Maßnahmen bevorzugt, bei Bedarf kommen operative Verfahren zum Einsatz [1][4][5].
Ernährung und Stuhlgewohnheiten
Ein wichtiger erster Schritt ist die Reduktion des Pressens beim Stuhlgang. Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Maßnahmen gegen Verstopfung sind daher entscheidend [1][2].
Beckenbodentraining
Gezielte Übungen zur Stärkung des Beckenbodens können besonders bei leichten und moderaten Fällen hilfreich sein. Kegel-Übungen und ggf. physiotherapeutische Maßnahmen können die Unterstützung verbessern [4][5].
Chirurgische Behandlung
Bei ausgeprägten Beschwerden oder unzureichendem Erfolg konservativer Maßnahmen kann eine Operation notwendig sein. Ziel ist die Wiederherstellung der Vaginalwand und die Korrektur der Vorwölbung [5][6].
“”Eine erfolgreiche Behandlung konzentriert sich nicht nur auf chirurgische Maßnahmen, sondern auch auf die Regulierung der Stuhlgewohnheiten und eine ganzheitliche Unterstützung des Beckenbodens.
Ist eine Behandlung ohne Operation möglich?
Ja. Besonders bei leichten bis moderaten Fällen können konservative Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Beckenbodentraining und physiotherapeutische Ansätze zu einer deutlichen Verbesserung führen [1][2][4].
Weitere Informationen zu Beckenbodensenkungen finden Sie auf unserer Seite Gebärmuttersenkung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann sich eine Rektozele von selbst zurückbilden?
In der Regel nicht vollständig, aber Symptome können reduziert werden.
- Verursacht sie Verstopfung?
Sie kann die Entleerung erschweren und Beschwerden verstärken.
- Ist immer eine Operation notwendig?
Nein, viele Fälle können konservativ behandelt werden.
- Verursacht sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr?
Ja, insbesondere bei ausgeprägten Fällen.
- Sind Kegel-Übungen hilfreich?
Ja, besonders in frühen Stadien.
Referenzen
- Mayo Clinic
- Cleveland Clinic
- ACOG
- Mayo Clinic
- ACOG
- ACOG