Intrauteriner (Endometrium-)Polyp
Intrauterine Polypen sind Wucherungen, die in der inneren Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) entstehen. Sie treten auf, wenn sich das Endometrium stärker als normal vermehrt. Ihre Größe kann von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern variieren. In der Regel sind diese Polypen gutartig, können jedoch je nach Eigenschaften zu Fruchtbarkeitsproblemen führen [1].
“ ”Intrauterine Polypen verursachen häufig keine Symptome; eine verzögerte Diagnose und Behandlung kann jedoch von Menstruationsstörungen bis hin zu Unfruchtbarkeit führen. Eine frühzeitige Diagnose ist immer von Vorteil.
Wer hat ein Risiko für intrauterine Polypen?
Gebärmutterpolypen können bei Frauen jeden Alters auftreten, werden jedoch häufiger bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren beobachtet. Übergewicht, Bluthochdruck sowie eine Vorgeschichte von Brustkrebsbehandlungen erhöhen das Risiko für intrauterine Polypen [1]. Studien zeigen zudem, dass Adipositas und fortgeschrittenes Alter signifikant mit einem erhöhten Risiko für prämaligne oder maligne Veränderungen verbunden sind [2].
Warum entstehen Gebärmutterpolypen?
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Gebärmutterpolypen sind nicht vollständig bekannt. Es ist jedoch bekannt, dass bestimmte Risikofaktoren ihre Bildung begünstigen, insbesondere hormonelle Schwankungen [1].
Was sind die Symptome von Gebärmutterpolypen?
Zu den Symptomen von Gebärmutterpolypen gehören:
- Unregelmäßige Menstruation
- Starke und verlängerte Blutungen während der Menstruation
- Zwischenblutungen oder Schmierblutungen
- Vaginale Blutungen nach der Menopause
- Unfruchtbarkeit
Die Symptome können je nach Anzahl und Größe der Polypen variieren. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Menstruationsstörungen.
Insbesondere langanhaltende oder starke Menstruationsblutungen gehören zu den häufigsten Symptomen. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder nach der Menopause sind ebenfalls typische Anzeichen für intrauterine Polypen [1].
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Wie wird ein endometrialer Polyp diagnostiziert?
Für die Diagnose von intrauterinen Polypen sollte ein erfahrener Gynäkologe konsultiert werden. Laut aktuellen Leitlinien ist der transvaginale Ultraschall (TVUS) die erste Wahl zur Erkennung von endometrialen Polypen. In Fällen, in denen Ultraschall nicht ausreichend ist, kann eine saline Infusionssonohysterographie (SIS) durchgeführt werden. Die hysteroskopisch geführte Biopsie gilt als Goldstandard in der Diagnostik [3].
Was passiert, wenn Gebärmutterpolypen nicht behandelt werden?
Gebärmutterpolypen können in unterschiedlicher Größe und Anzahl auftreten. Sie können durch unregelmäßige Blutungen zu Anämie führen. Zudem können sie den Spermientransport behindern oder die Einnistung des Embryos erschweren, wodurch eine Schwangerschaft verhindert werden kann. Studien zeigen, dass endometriale Polypen die Endometriumrezeptivität negativ beeinflussen und die Implantation reduzieren können, weshalb die Schwangerschaftsraten nach einer Polypektomie steigen [4]. Daher sollten Polypen unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden.
Wie erfolgt die Behandlung von endometrialen Polypen?
Die Hysteroskopie gehört zu den erfolgreichsten Methoden zur Behandlung von endometrialen Polypen. Mithilfe einer dünnen Kamera wird die Gebärmutter untersucht und gleichzeitig behandelt. Die Polypen werden sichtbar gemacht, entfernt und anschließend zur pathologischen Untersuchung geschickt, um festzustellen, ob sie gut- oder bösartig sind. Nach einer Polypektomie ist eine pathologische Untersuchung obligatorisch, da das Risiko einer malignen Transformation etwa 3 % beträgt [1].
Wenn nach der Operation keine gesundheitlichen Probleme auftreten, kann die Patientin in der Regel noch am selben Tag entlassen werden. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten und wird meist unter Sedierung durchgeführt. Da ein Wiederauftreten möglich ist, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen sehr wichtig [3].
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- ❓
Verschwinden Gebärmutterpolypen von selbst?
Einige kleine Polypen können sich spontan zurückbilden. Studien zeigen, dass etwa 29 % der Polypen bei prämenopausalen Patientinnen innerhalb eines Jahres verschwinden. Bei symptomatischen oder fruchtbarkeitsbeeinträchtigenden Polypen wird jedoch keine abwartende Haltung empfohlen.
- ❓
Können Gebärmutterpolypen bösartig werden?
Die meisten Polypen sind gutartig. Das Risiko einer malignen Transformation liegt jedoch bei etwa 3 %. Dieses Risiko steigt bei Menopause, abnormalen Blutungen, Adipositas und fortgeschrittenem Alter. Daher sollten alle entfernten Polypen pathologisch untersucht werden.
- ❓
Beeinflussen Gebärmutterpolypen die Fruchtbarkeit?
Ja. Polypen können den Spermientransport behindern oder die Einnistung des Embryos erschweren. Bei Frauen mit Kinderwunsch wird daher häufig eine Polypektomie vor einer IVF-Behandlung empfohlen.
- ❓
Ist eine Hysteroskopie schmerzhaft?
Die hysteroskopische Polypektomie wird in der Regel unter Sedierung oder lokaler Anästhesie durchgeführt. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten, und die meisten Patientinnen können am selben Tag nach Hause gehen. Heutzutage ist auch eine sogenannte „Office-Hysteroskopie“ ohne OP-Saal möglich.
- ❓
Können Polypen wieder auftreten?
Ja. Gebärmutterpolypen können erneut entstehen. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nach der Behandlung sehr wichtig.
Referenzen
- Vitale, S. G., et al. (2021)
- Henry Wong, C. L., & So, P. L. (2021)
- Bougie, O., et al. (2024)
- Afifi, K., et al. (2017)