Eierstockzysten, ein häufiges Problem bei Frauen, entstehen aufgrund von Störungen im hormonellen Gleichgewicht des Körpers und können verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen. Es wird geschätzt, dass etwa 7 % der Frauen weltweit im Laufe ihres Lebens eine Eierstockzyste entwickeln [1]. Obwohl die meisten gutartig sind, sollten sie aufgrund des potenziellen Risikos einer bösartigen Veränderung regelmäßig kontrolliert werden.
“ ”Die meisten Eierstockzysten verschwinden von selbst und erfordern keine Behandlung. Bei großen, persistierenden oder verdächtigen Zysten können jedoch eine frühzeitige Diagnose und eine richtige Überwachung lebensrettend sein.
Was ist der Eierstock?
Der Eierstock ist ein weibliches Fortpflanzungsorgan, in dem sich die Eizellen befinden. Es handelt sich um zwei symmetrische Drüsen, die sich auf beiden Seiten der Gebärmutter befinden. Ab der Pubertät produziert dieses Organ in jedem Menstruationszyklus eine Eizelle und gibt sie in die Eileiter ab. Diese Funktion ist eine grundlegende Voraussetzung für eine Schwangerschaft. Der Eisprung (Ovulation), der zwischen dem 11. und 16. Tag des Zyklus stattfindet, setzt sich bis zur Menopause fort.
Warum entstehen Eierstockzysten?
Die Hauptursache für die Entstehung von Eierstockzysten sind hormonelle Ungleichgewichte. Wenn die Hormone, die den Eisprung steuern, gestört sind, erreichen die Follikel nicht die notwendige Reife und können nicht aufbrechen, um die Eizelle freizusetzen. Diese nicht geplatzten Follikel verwandeln sich im Laufe der Zeit in Zysten. Die entstandenen Zysten können die hormonelle Balance weiter stören und einen Teufelskreis auslösen [2].
Welche Arten von Eierstockzysten gibt es?
Eierstockzysten werden je nach Struktur und Entstehungsmechanismus klassifiziert [2, 3]:
- Einfache (funktionelle) Zysten: Die häufigste Art; entstehen durch Flüssigkeitsansammlung im Follikel und verschwinden meist innerhalb von 6–8 Wochen von selbst [2].
- Follikelzysten: Entstehen, wenn die Eizelle nicht freigesetzt wird; bilden sich nach der Menstruation meist zurück.
- Corpus-luteum-Zysten: Treten nach dem Eisprung auf und verschwinden meist spontan.
- Endometriom (Schokoladenzyste): Entsteht durch Endometriumgewebe in den Eierstöcken; kann von 1–3 cm bis über 20 cm wachsen, verursacht starke Schmerzen und kann Unfruchtbarkeit auslösen. Die laparoskopische Zystektomie gilt als primäre Diagnose- und Behandlungsmethode [4].
- Polyzystische Ovarialzysten: Entstehen durch unregelmäßigen Eisprung; können Menstruationsstörungen und vermehrte Körperbehaarung verursachen.
- Seröses Zystadenom: Eine der häufigsten Zystenarten; kann 5–15 cm groß werden und erfordert meist eine Operation.
- Muzinöses Zystadenom: Verschwindet nicht von selbst und kann 15–50 cm erreichen; chirurgische Behandlung ist erforderlich.
Für detaillierte Informationen zu Schokoladenzysten und Endometriose können Sie unsere Seite Was sind Schokoladenzysten und Endometriose? besuchen.
Welche Symptome verursachen Eierstockzysten?
Die meisten Zysten verursachen keine Symptome und werden bei Routineuntersuchungen entdeckt. Wenn Symptome auftreten, gehören folgende zu den häufigsten [2, 3]:
- Menstruationsstörungen und starke Regelschmerzen
- Starke Schmerzen in der Leistengegend
- Blähungen im Bauchbereich
- Beschwerden beim Wasserlassen
- Übelkeit und Erbrechen
- Verdauungsprobleme
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Unfruchtbarkeit
- Vermehrte Körperbehaarung
Notfall: Bei plötzlich auftretenden starken Bauchschmerzen, Fieber und Erbrechen sollte an eine Ovarialtorsion gedacht werden und sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden [3].
Wie werden Eierstockzysten diagnostiziert und behandelt?
Eierstockzysten werden meist bei Routineuntersuchungen per Ultraschall entdeckt. Ob eine Zyste gut- oder bösartig ist, wird durch Ultraschall, MRT und Bluttests bestimmt. In Bluttests werden Werte wie CA-125, AFP, Beta-HCG, CEA und CA 19-9 untersucht. CA-125 ist bei etwa 80 % der epithelialen Eierstockkrebserkrankungen erhöht, wird jedoch nicht allein als Screening-Test empfohlen [1].
Behandlungsmöglichkeiten [1, 2, 3]:
- Beobachtung: Da viele Zysten spontan verschwinden, wird bei beschwerdefreien Patientinnen häufig eine Beobachtung bevorzugt. Laut ACOG können einfache Zysten sogar bei postmenopausalen Frauen sicher ohne Eingriff überwacht werden [1].
- Medikamente: Orale Kontrazeptiva können die Entstehung neuer funktioneller Zysten verhindern, verkleinern jedoch bestehende Zysten nicht [1].
- Chirurgie: Wenn die Zyste solide ist, größer als 10 cm wird, schnell wächst, unbeweglich ist oder ein Krebsverdacht besteht, sollte sie operativ entfernt werden. Bei gutartigen Zysten wird meist die laparoskopische Methode bevorzugt [2, 3].
Für weitere Informationen zum polyzystischen Ovarialsyndrom können Sie unsere Seite Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom? besuchen.