Einer der besonderen Abschnitte im Leben einer Frau ist die Schwangerschaft. Doch verläuft nicht jede Schwangerschaft normal und gesund. Wenn sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter entwickelt und nicht rechtzeitig behandelt wird, kann dies lebensbedrohliche Risiken mit sich bringen. Mehr als 90 % aller ektopen Schwangerschaften befinden sich in den Eileitern [1].
Was ist eine Eileiterschwangerschaft?
Die Schwangerschaft beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Unter normalen Bedingungen nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein. Bei einer Eileiterschwangerschaft (ektopen Schwangerschaft) erfolgt diese Einnistung jedoch außerhalb der Gebärmutterhöhle – meist in den Eileitern – und die Entwicklung findet dort statt [1].
In diesem Fall kann sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter nicht weiterentwickeln, sodass die Schwangerschaft nicht erfolgreich fortgeführt werden kann. Unbehandelt kann das wachsende Gewebe zum Reißen des Eileiters und zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen [2].
Was sind die Ursachen einer Eileiterschwangerschaft?
Ektopische Schwangerschaften entstehen häufig durch deformierte, entzündete oder geschädigte Eileiter. Eine frühere Eileiterschwangerschaft oder Tubenschäden zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren [2]. Die wichtigsten Ursachen sind:
- Sexuell übertragbare Infektionen wie Gonorrhö oder Chlamydien (pelvine entzündliche Erkrankung)
- Frühere Operationen an den Eileitern
- Bereits erlebte Eileiterschwangerschaft
- Hormonelle Ungleichgewichte oder abnorme Entwicklung der befruchteten Eizelle
- In-vitro-Fertilisation (IVF) oder ähnliche Fruchtbarkeitsbehandlungen
- Nach einer Tubenligatur
- Rauchen
Wichtiger Hinweis: Bei etwa der Hälfte der betroffenen Frauen lässt sich kein klarer Risikofaktor feststellen [1].
Für detaillierte Informationen zur Operation bei Eileiterschwangerschaft können Sie unsere Seite Was ist eine Operation bei Eileiterschwangerschaft und wie wird sie durchgeführt? besuchen.
Welche Symptome treten auf?
In den frühen Stadien verursacht eine Eileiterschwangerschaft häufig keine Symptome; einige Frauen erleben jedoch frühe Schwangerschaftsanzeichen. Ein Schwangerschaftstest ist positiv, doch mit dem Wachstum außerhalb der Gebärmutter treten folgende Symptome auf [1]:
- Brustspannen
- Ausbleiben der Menstruation
- Übelkeit und Erbrechen
- Beckenschmerzen (insbesondere einseitig)
- Vaginale Blutungen
- Schwindel und Ohnmacht
- Druckgefühl im Bauchraum
- Verdauungsprobleme
Notfallsymptome: Bei einem Riss des Eileiters können plötzlich starke Bauchschmerzen, Schulterschmerzen, starke vaginale Blutungen und ein Schock auftreten. Dies ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung [1].
Wie wird eine Eileiterschwangerschaft behandelt?
Die aktuelle Behandlung richtet sich nach dem Beta-HCG-Wert, dem hämodynamischen Zustand der Patientin und dem Risiko eines Eileiterrisses [2]:
- Medikamentöse Behandlung (Methotrexat): Wird bei stabilen Patientinnen ohne Eileiterriss im frühen Stadium bevorzugt. Das Zellwachstum wird gestoppt und das Gewebe abgebaut.
- Laparoskopische Operation: Bei hohen Beta-HCG-Werten oder Versagen der medikamentösen Therapie wird der Bereich laparoskopisch untersucht. Je nach Schädigung kann der Eileiter repariert oder entfernt werden.
- Offene Operation (Laparotomie): Bei einem gerissenen Eileiter oder starker innerer Blutung ist eine sofortige offene Operation erforderlich.