Eine der Erkrankungen, deren Häufigkeit in den letzten Jahren zunehmend steigt und die sowohl physiologische als auch ästhetische Probleme mit sich bringt, ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS). Diese Erkrankung betrifft etwa 5–10 % der Frauen im reproduktiven Alter und kann durch Störungen des Eisprungs auch zu Unfruchtbarkeit führen [1].
“ ”PCOS ist eine behandelbare hormonelle Störung. Mit frühzeitiger Diagnose, Lebensstiländerungen und individuell angepasster Therapie können sowohl Symptome kontrolliert als auch die Fruchtbarkeit unterstützt werden.
Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom?
Das polyzystische Ovarialsyndrom gehört zu den häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen und ist durch das Vorhandensein vieler kleiner, gutartiger Zysten in den Eierstöcken gekennzeichnet. Obwohl der Begriff „Zyste“ verwendet wird, handelt es sich nicht um echte Zysten, sondern um eine Vielzahl unreifer Follikel, die zu Störungen des Eisprungs und zu schmerzhaften sowie unregelmäßigen Menstruationszyklen führen [1].
PCOS, das auch das Risiko für verschiedene andere Erkrankungen erhöht, wird stark von genetischen Faktoren beeinflusst. Es wird geschätzt, dass 70–80 % der anovulatorischen Unfruchtbarkeitsfälle auf PCOS zurückzuführen sind [1].
Was sind die Ursachen von PCOS?
Die genaue Ursache von PCOS ist nicht vollständig bekannt, jedoch spielen mehrere Faktoren eine Rolle [2]:
- Genetische Faktoren: Das Risiko ist erhöht, wenn Mutter oder Schwester betroffen sind.
- Insulinresistenz: Übergewicht erhöht den Insulinspiegel im Blut, was wiederum die Produktion von Androgenen steigert und PCOS verschlimmert.
- Hormonelle Ungleichgewichte: Störungen der Sexualhormone können den Eisprung beeinträchtigen.
Welche Symptome hat PCOS?
Die Symptome können individuell variieren, häufig sind jedoch [1, 2]:
- Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
- Verlängerte Abstände zwischen den Perioden
- Vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus)
- Gewichtszunahme und Fettansammlung im Bauchbereich
- Unfruchtbarkeit und wiederholte Fehlgeburten
- Akne im Gesicht, Brust- und Rückenbereich
- Männlicher Haarausfall
- Erhöhter Blutdruck
- Schnarchen und Schlafapnoe
- Verdickung der Gebärmutterschleimhaut und erhöhtes Krebsrisiko langfristig
Für Informationen zur Fruchtbarkeit bei PCOS können Sie unsere Seite Können Frauen mit PCOS schwanger werden? besuchen.
Wie wird PCOS diagnostiziert?
Die Diagnose basiert auf den Rotterdam-Kriterien, bei denen mindestens zwei der folgenden drei Merkmale vorliegen müssen [1]:
- Oligo- oder Anovulation
- Klinischer oder biochemischer Hyperandrogenismus
- Polyzystisches Ovar im Ultraschall
Zusätzlich werden Hormonanalysen (FSH, LH, Androgene, Insulin, Schilddrüse) durchgeführt.
Wie wird PCOS behandelt?
Die Behandlung wird individuell angepasst und folgt internationalen Leitlinien [2]:
- Lebensstiländerung: Gewichtsreduktion und Bewegung als erste Maßnahme
- Medikamente: Hormontherapie, Antiandrogene und Metformin
- Ovulationsinduktion: Letrozol als erste Wahl
- Chirurgische Optionen: Ovarialdrilling bei Therapieresistenz
Für detaillierte Informationen zur Unfruchtbarkeitsbehandlung können Sie unsere Seite Behandlungsmethoden bei Unfruchtbarkeit besuchen.