Genitalwarzen treten sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf und entstehen durch sexuell übertragbare HPV-Infektionen im Genitalbereich. Vom HPV-Virus (Humanes Papillomavirus) wurden mehr als 200 Typen identifiziert, von denen etwa 40 Genitalwarzen verursachen. Über 90 % aller Fälle von Genitalwarzen werden durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht [1].
Nachdem das Virus in den Körper gelangt ist, wird es in der Regel vom Immunsystem unterdrückt oder eliminiert. Wird es jedoch nicht unterdrückt, können die für Genitalwarzen verantwortlichen Typen durchschnittlich 8–10 Wochen nach der Ansteckung Symptome zeigen; sie können jedoch auch monatelang oder sogar jahrelang unbemerkt bleiben. Unabhängig davon, ob Symptome vorhanden sind oder nicht, besteht weiterhin ein Übertragungsrisiko [1].
“ ”HPV-Typen 6 und 11 verursachen Genitalwarzen, führen jedoch nicht zu Krebs. HPV-Typen 16 und 18 sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Daher sind HPV-Impfung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen entscheidend für die Frauengesundheit.
Wie wird HPV übertragen?
Das HPV-Virus tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf. Neben vaginalem und analem Geschlechtsverkehr kann HPV auch durch Hautkontakt im Genitalbereich übertragen werden, der nicht vom Kondom bedeckt ist. In seltenen Fällen kann eine Übertragung auch durch oralen Kontakt erfolgen. Eine Übertragung durch Küssen, Handtücher, Besteck, Gläser oder gemeinsam genutzte Toiletten ist hingegen nicht möglich [1].
Bei schwangeren Frauen, die HPV tragen, kann das Virus während der Geburt auf das Baby übertragen werden; insbesondere die Typen HPV 6 und 11 weisen das höchste Risiko für eine perinatale Übertragung auf [2]. Es ist nicht möglich festzustellen, von welchem Partner das Virus stammt oder wie lange es sich bereits im Körper befindet.
Wie kann man sich vor HPV schützen?
- Beim Geschlechtsverkehr sollte immer ein Kondom verwendet werden.
- Personen, die wegen Genitalwarzen behandelt werden, sollten bis zum Abschluss der Heilung auf Geschlechtsverkehr verzichten.
- Der 9-valente HPV-Impfstoff (Gardasil 9) schützt vor 9 verschiedenen HPV-Typen, darunter die warzenverursachenden Typen 6 und 11 sowie die krebsverursachenden Typen 16 und 18 [2].
Für detaillierte Informationen zum HPV-Screening und zur Impfung können Sie unsere Seite HPV-Screening und HPV-Impfung besuchen.
Was sind die Symptome von Genitalwarzen?
Genitalwarzen zeigen in der Regel deutliche Symptome. Sie sind klein, erhaben und haben eine unebene, warzenartige Oberfläche. Wenn mehrere Warzen vorhanden sind, können sie sich zu einer blumenkohlartigen Struktur zusammenschließen. Anfangs sind sie hautfarben oder bräunlich und verursachen meist keine Beschwerden, können jedoch Juckreiz oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr verursachen [1].
Typische Lokalisationen von Genitalwarzen sind bei Frauen: Vulva, Vagina, Analbereich, Leistenregion und Gebärmutterhals; bei Männern: Penis, Hoden und Analbereich.
Wie werden Genitalwarzen diagnostiziert?
Genitalwarzen werden meist durch eine körperliche Untersuchung diagnostiziert. Dermatologen, Gynäkologen oder Urologen können die Diagnose durch visuelle Beurteilung stellen. Bei Frauen können sie auch im Rahmen einer routinemäßigen gynäkologischen Untersuchung erkannt werden. Zur Bestimmung des HPV-Typs und zur Bewertung des Gebärmutterhalskrebsrisikos können folgende Tests durchgeführt werden [1, 2]:
- Pap-Abstrich
- HPV-DNA-Test
- Kolposkopie
- Zervixbiopsie
Wie werden Genitalwarzen behandelt?
Es gibt keine spezifische Behandlung, um HPV vollständig aus dem Körper zu entfernen; jedoch stehen wirksame Methoden zur Entfernung von Warzen zur Verfügung. Die Behandlung wird je nach Größe, Anzahl, Lokalisation der Warzen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten bestimmt [1]:
- Topische Cremes (Podophyllotoxin, Imiquimod, Sinecatechine): Können vom Patienten zu Hause angewendet werden.
- Kryotherapie (Vereisung): Erfolgsrate zwischen 44–75 %, auch während der Schwangerschaft sicher anwendbar.
- Trichloressigsäure (TCA): Chemische Behandlung durch den Arzt.
- Chirurgische Entfernung: Nahezu 100 % Erfolgsrate, geringstes Rückfallrisiko.
- Elektrokauter / CO₂-Laser: Besonders bei großen oder wiederkehrenden Läsionen.
Auch nach der Behandlung liegt die Rückfallrate bei etwa 20–30 %, weshalb Nachsorge und Partnerinformation wichtig sind [1].
Für weitere Informationen zum Gebärmutterhalskrebs besuchen Sie bitte unsere Seite Was ist Gebärmutterhalskrebs und wie wird er behandelt?.