Eine gesunde Frau hat durchschnittlich alle 24–38 Tage eine Menstruationsblutung. Unter dem Einfluss der Hormone, die das weibliche Fortpflanzungssystem steuern, verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), wird stark durchblutet und wird am Ende des Zyklus zur Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft abgestoßen. Diese Abstoßung führt zur Menstruation, also zur Regelblutung [1].
Ein normaler Menstruationszyklus dauert zwischen 24 und 38 Tagen, die Blutung hält 2–7 Tage an und geht mit einem Blutverlust von etwa 5–80 mL einher. Jede Abweichung in Häufigkeit, Dauer, Regelmäßigkeit oder Blutungsmenge wird als abnorme uterine Blutung (AUB) definiert [1]. Studien zeigen, dass etwa ein Drittel der Frauen im reproduktiven Alter irgendwann in ihrem Leben Menstruationsstörungen erlebt [1].
Was verursacht Menstruationsunregelmäßigkeiten?
Die Internationale Föderation für Gynäkologie und Geburtshilfe (FIGO) teilt die Ursachen abnormaler uteriner Blutungen anhand der PALM-COEIN-Klassifikation in zwei Hauptgruppen ein [2]:
Strukturelle Ursachen (PALM): Polypen, Adenomyose, Myome (Leiomyome), Malignität und endometriale Hyperplasie
Nicht-strukturelle Ursachen (COEIN): Koagulopathien, ovulatorische Dysfunktion, endometriale Ursachen, iatrogene (medikamentöse) Ursachen
Zusätzlich können folgende Risikofaktoren Menstruationsunregelmäßigkeiten verursachen:
- Zysten und Myome
- Endometriale oder zervikale Polypen
- Bestimmte Hormonmedikamente
- Ausbleiben des Eisprungs oder Ovulationsstörungen
- Infektionen
- Östrogenbedingte Störungen
- Schilddrüsenunterfunktion
- Diabetes und chronische Erkrankungen
- Intensive körperliche Aktivität und unregelmäßige Ernährung
- Schnelle Gewichtszu- oder -abnahme
- Stress
Für die Beurteilung von Menstruationsunregelmäßigkeiten und hormonellen Problemen können Sie unsere Seite Gynäkologie besuchen.
Welche Arten von Menstruationsunregelmäßigkeiten gibt es?
Menstruationsstörungen werden je nach Ursache und Blutungsmuster unterschiedlich klassifiziert [1, 2]:
- Hypermenorrhoe: Übermäßige Blutmenge (>80 mL)
- Hypomenorrhoe: Geringe Blutmenge
- Menorrhagie: Verlängerte oder sehr starke Blutung
- Menometrorrhagie: Unregelmäßige, starke Blutungen
- Metrorrhagie: Zwischenblutungen
- Oligomenorrhoe: Zyklus länger als 35 Tage
- Polymenorrhoe: Zyklus kürzer als 21 Tage
- Amenorrhoe: Ausbleiben der Menstruation
Was sind die Symptome?
- Sehr starke Blutungen (häufiger Wechsel von Binden/Tampons)
- Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
- Ständige Müdigkeit und Schwäche
- Häufige oder sehr seltene Menstruation
- Blutung kürzer als 2 Tage oder länger als 8 Tage
- Starke Schmerzen und Krämpfe
- Zyklusdauer unter 21 Tagen oder über 35 Tagen
Kann Menstruationsunregelmäßigkeit behandelt werden?
Menstruationsunregelmäßigkeiten gelten nicht als eigenständige Erkrankung, sondern sind meist ein Symptom einer zugrunde liegenden Ursache. Daher basiert die Behandlung auf der Identifikation und Therapie dieser Ursache [1]. Behandlungsmöglichkeiten umfassen:
- Hormonelle Ursachen: Hormonregulierende Medikamente oder Hormonersatztherapie
- Myome: Myomektomie oder Hysterektomie je nach Alter und Kinderwunsch
- Organische Ursachen: Hysteroskopische Untersuchung und Entfernung pathologischer Gewebe
- Lebensstilbedingte Ursachen: Ernährungsanpassung, Stressmanagement, Optimierung der körperlichen Aktivität