Was ist Gebärmutterkrebs und wie wird er behandelt?
Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), der zu den häufigsten frühzeitig erkannten gynäkologischen Erkrankungen gehört, ist eines der am häufigsten auftretenden Gesundheitsprobleme bei Frauen. Wenn die Behandlung frühzeitig begonnen wird, ist die Erfolgsrate sehr hoch. Unter allen Krebserkrankungen bei Frauen steht er nach Brust-, Lungen- und Darmkrebs an vierter Stelle [1]. Etwa 80 % der Fälle sind zum Zeitpunkt der Diagnose auf die Gebärmutter beschränkt, und diese frühe Diagnose ermöglicht eine erfolgreiche Behandlung [2].
“ ”Jede vaginale Blutung nach der Menopause ist ein Warnsignal. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ermöglicht die Diagnose von Gebärmutterkrebs in einem gut behandelbaren Stadium.
Was ist Gebärmutterkrebs?
Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) entsteht durch das unkontrollierte Wachstum und die Vermehrung von Zellen im Endometrium, der inneren Schicht der Gebärmutter, die sich normalerweise während des Menstruationszyklus verdickt und abgestoßen wird. Die Erkrankung tritt meist bei Frauen über 50 Jahren auf, insbesondere im Alter zwischen 60 und 70 Jahren, kann jedoch auch bei Frauen im gebärfähigen Alter vorkommen [1].
Das Endometriumkarzinom ist eine Krebsart, die durch regelmäßige gynäkologische Kontrollen, das Management von Risikofaktoren und die frühzeitige Erkennung von Symptomen weitgehend kontrollierbar ist.
Was sind die Risikofaktoren für Gebärmutterkrebs?
Das Risiko für Gebärmutterkrebs steht in engem Zusammenhang mit einer übermäßigen Östrogenwirkung auf das Endometrium ohne ausreichenden Progesteronausgleich. Laut den ESMO-Leitlinien gehört Adipositas zu den wichtigsten Risikofaktoren; bei Frauen mit einem BMI über 30 steigt das Risiko um etwa 273 % [2]. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:
- Früher oder später Beginn der Menstruation
- Später Eintritt in die Menopause
- Lange Dauer der Menstruationsperiode
- Ovulationsstörungen
- Kinderlosigkeit (Nulliparität)
- Adipositas und Übergewicht
- Fettreiche Ernährung
- Diabetes und Bluthochdruck
- Eierstocktumoren
- Familiäre Vorbelastung mit Gebärmutterkrebs
- Hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom (Lynch-Syndrom)
Da Gebärmutterkrebs eng mit dem Östrogenspiegel im Körper zusammenhängt, steigt mit zunehmendem Östrogenspiegel auch das Erkrankungsrisiko [1].
Für Informationen über den für die Früherkennung wichtigen Abstrich können Sie unsere Seite Was ist ein Smear-Test? besuchen.
Was sind die Symptome von Gebärmutterkrebs?
Da Gebärmutterkrebs häufig nach der Menopause auftritt, sind die folgenden Symptome besonders wichtig für die Früherkennung. Das häufigste Symptom ist vaginale Blutung; jede Blutung nach der Menopause sollte unbedingt untersucht werden [1]:
- Vaginale Blutungen (nach der Menopause immer auffällig)
- Vaginaler Ausfluss (dunkel, übelriechend)
- Unerwartete Blutungen zwischen zwei Menstruationen
- Blutungen bei Frauen in der Menopause
- Verlängerte Menstruationsdauer
- Schmerzhafter Geschlechtsverkehr
- Beckenschmerzen
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
Wie wird Gebärmutterkrebs diagnostiziert?
Der erste Schritt in der Diagnostik ist eine körperliche und gynäkologische Untersuchung. Anschließend werden weitere Tests durchgeführt. Aktuelle Leitlinien (NCCN, ACOG, ESMO) empfehlen transvaginalen Ultraschall und endometriale Biopsie als wichtigste diagnostische Methoden [3].
Ultraschall wird verwendet, um die Dicke der Gebärmutterschleimhaut zu beurteilen. Eine endometriale Biopsie dient der endgültigen Diagnose durch Entnahme von Gewebe. Falls notwendig, kann eine Kürettage durchgeführt werden. CT und MRT werden zur genaueren Bestimmung von Größe und Lage des Tumors eingesetzt.
Wie wird Gebärmutterkrebs behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium, dem Typ der Erkrankung, dem Gesundheitszustand der Patientin und dem Kinderwunsch. Die Hauptbehandlung ist die Operation, ergänzt durch Chemotherapie und Strahlentherapie [3].
Bei der Operation werden Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernt, oft auch Lymphknoten. Moderne Leitlinien empfehlen minimalinvasive Verfahren (Laparoskopie oder robotische Chirurgie), da diese weniger Komplikationen verursachen und die Genesung beschleunigen [3].
Bei Risiko einer Ausbreitung wird Chemotherapie eingesetzt. Bei Rückfallrisiko wird zusätzlich Strahlentherapie angewendet. Auch hochdosierte Progesterontherapie kann Teil der Behandlung sein.
Für weitere Informationen über HPV und Schutzmethoden können Sie unsere Seite zur HPV-Behandlung besuchen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- ❓
Ist Gebärmutterkrebs im Frühstadium heilbar?
Ja. Etwa 80 % der Fälle werden im Frühstadium diagnostiziert, mit Überlebensraten bis zu 95 %.
- ❓
Gibt es ein Screening für Gebärmutterkrebs?
Für symptomfreie Frauen gibt es kein Standard-Screening. Risikogruppen sollten regelmäßig kontrolliert werden.
- ❓
Wie stark erhöht Adipositas das Risiko?
Bei BMI über 30 steigt das Risiko um etwa 273 %.
- ❓
Muss die Gebärmutter immer entfernt werden?
Standard ist die Operation, aber bei jungen Patientinnen sind hormonelle Alternativen möglich.
- ❓
Erhöht das Lynch-Syndrom das Risiko?
Ja, deutlich erhöhtes Risiko für Endometrium- und Darmkrebs.
Referenzen
- ACOG
- ESMO
- Drakopoulos et al.