Was ist eine Gebärmutteruntersuchung und warum wird sie durchgeführt?
Wiederkehrende Fehlgeburten, ausbleibende Schwangerschaft oder der Verdacht auf eine Erkrankung… Zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren, die eingesetzt werden, um die Ursachen zu klären und eine geeignete Behandlung einzuleiten, gehört die Gebärmutteruntersuchung mittels Hysterosalpingographie (HSG) [1].
Diese Methode wird manchmal eingesetzt, um Ursachen der Unfruchtbarkeit zu erkennen, und manchmal, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, indem verschlossene Eileiter geöffnet werden. Dank der Fortschritte in der Medizin wird dieses Verfahren heute sehr komfortabel durchgeführt.
“ ”Die Hysterosalpingographie (HSG) dient sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Zwecken. Sie zeigt nicht nur die Durchgängigkeit der Eileiter, sondern kann auch die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft nach dem Eingriff deutlich erhöhen.
Was ist eine Gebärmutteruntersuchung (HSG)?
Die Hysterosalpingographie (HSG), auch als Gebärmutterröntgen bekannt, ist ein Verfahren, bei dem eine spezielle röntgendichte Flüssigkeit über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter injiziert wird, um die Gebärmutterhöhle und die Eileiter sichtbar zu machen. Ziel ist es, mögliche Verengungen, Erweiterungen oder Blockaden der Eileiter zu erkennen [1].
Das Verfahren wird angewendet, um die Form der Gebärmutter zu beurteilen, Probleme wie Myome oder Polypen zu erkennen oder genetische Auffälligkeiten zu bewerten. Da durch den Druck der Kontrastflüssigkeit leicht verstopfte Eileiter teilweise geöffnet werden können, steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Studien zeigen, dass sich die spontane Schwangerschaftsrate bei Patientinnen, die sich einer HSG mit ölbasierter Kontrastflüssigkeit unterziehen, etwa verdreifacht [2].
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Wann wird eine HSG durchgeführt?
Die HSG wird hauptsächlich zur Untersuchung von Unfruchtbarkeitsursachen eingesetzt. Sie dient dazu, die Eileiter darzustellen, die für das Zusammentreffen von Ei- und Samenzellen notwendig sind. Darüber hinaus wird sie in folgenden Fällen angewendet [1]:
- Zur Ermittlung der Ursachen wiederholter Fehlgeburten
- Zur Feststellung von Eileiterverschlüssen
- Zur Kontrolle nach Gebärmutteroperationen
- Zur Erkennung von Faktoren, die die Einnistung eines befruchteten Eis verhindern könnten
- Zur Beurteilung der Gebärmutter- und Eileiteranatomie vor IVF- oder IUI-Behandlungen
Wie wird eine HSG durchgeführt?
Die Patientin liegt zunächst in gynäkologischer Position auf dem Untersuchungsstuhl. Ihre Beine werden angezogen, und der Körper wird mit einem sterilen Tuch bedeckt. Anschließend wird ein Spekulum eingesetzt, um den Gebärmutterhals sichtbar zu machen.
Danach wird eine antiseptische Lösung aufgetragen, um mögliche Mikroorganismen zu neutralisieren. Anschließend wird ein dünner Katheter in den Gebärmutterhals eingeführt, durch den Kontrastmittel verabreicht wird. Die Flüssigkeit verteilt sich in der Gebärmutter und den Eileitern, und zum passenden Zeitpunkt werden Röntgenaufnahmen gemacht [1].
Was ist nach der Untersuchung zu beachten?
Da eine unter Druck stehende Flüssigkeit verabreicht wird, kann es zu einer leichten Empfindlichkeit im Unterleib kommen. Daher wird empfohlen, für 48 Stunden nach dem Eingriff auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Zudem sollte besonders auf die Intimhygiene geachtet werden, um Infektionen oder allergische Reaktionen zu vermeiden [1].
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- ❓
Ist eine HSG schmerzhaft?
Moderne HSG-Verfahren sind komfortabel und dauern nur kurz. Während der Verabreichung des Kontrastmittels kann ein leichter Druck oder krampfartiges Gefühl auftreten, das jedoch vorübergehend ist. Eine Anästhesie ist nicht erforderlich.
- ❓
Wann sollte eine HSG durchgeführt werden?
Die Untersuchung erfolgt in der Regel nach der Menstruation, zwischen dem 6. und 12. Zyklustag. In dieser Phase ist die Gebärmutterschleimhaut dünn, wodurch die Bildqualität verbessert wird.
- ❓
Trägt die HSG zur Behandlung von Unfruchtbarkeit bei?
Ja. Die HSG kann nicht nur diagnostisch, sondern auch therapeutisch wirken. Der Druck des Kontrastmittels kann leicht verstopfte Eileiter öffnen und so die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft erhöhen.
- ❓
Kann eine HSG vor einer IVF durchgeführt werden?
Ja. Vor IVF- oder IUI-Behandlungen wird die HSG routinemäßig eingesetzt, um die Gebärmutter und die Eileiter zu beurteilen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
- ❓
Was sollte nach der HSG vermieden werden?
Für 48 Stunden sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Zudem sollte auf Intimhygiene geachtet und auf Vaginalspülungen oder Medikamente verzichtet werden.
Referenzen
- Deshpande, H., et al. (2024)
- Bulut, H., et al. (2021)