Zur Verhinderung ungewollter Schwangerschaften stehen viele verschiedene Verhütungsmethoden zur Verfügung. Diese Methoden können chirurgisch sein, oral eingenommene Medikamente umfassen, als Injektionen verabreicht werden oder in Form von langwirksamen Geräten eingesetzt werden. Laut dem American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) sind langwirksame reversible Verhütungsmethoden (LARC) wie Spirale und Implantat im Vergleich zu Pille, Pflaster oder Ring über die Zeit hinweg bis zu 20-mal wirksamer [1].
Verhütung mit Spirale (IUD)
Die als Spirale bekannten intrauterinen Geräte (IUD/RIA) sind kleine, T-förmige Kunststoffvorrichtungen, die in die Gebärmutter eingesetzt werden. Es gibt hormonelle und kupferhaltige Varianten, die das Risiko einer Schwangerschaft erheblich reduzieren. Im ersten Jahr der Anwendung werden weniger als 1 % der Anwenderinnen schwanger [2].
- Kupferspirale (Cu-IUD): Enthält keine Hormone und kann bis zu 10 Jahre schützen. Sie kann die Menstruationsblutung verstärken. Außerdem kann sie als Notfallverhütung innerhalb von 5 Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden [1].
- Hormonspirale (LNG-IUD): Gibt Progesteron ab, verdickt den Zervixschleim und erschwert so das Eindringen von Spermien. Die Wirkungsdauer beträgt je nach Marke 3–8 Jahre. Sie reduziert Blutungen und senkt das Infektionsrisiko [1].
Verhütung durch Tubenligatur
Die Tubenligatur ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Eileiter, die die Eizelle transportieren, durchtrennt oder verschlossen werden. Der Eingriff wird meist laparoskopisch durchgeführt und dauert etwa eine halbe Stunde. Diese Methode ist nahezu zu 100 % wirksam und hat keinen Einfluss auf Libido, Hormonhaushalt oder Körperstruktur [2].
Da die Methode schwer reversibel ist und die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft nach einer Rückoperation gering sind, wird sie Frauen empfohlen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben.
Für weitere Informationen zum Schwangerschaftsabbruch können Sie unsere Seite Was ist ein Schwangerschaftsabbruch und wann wird er durchgeführt? besuchen.
Verhütung mit der Pille
Antibabypillen verhindern den Eisprung und regulieren den Hormonhaushalt. Bei korrekter Anwendung bieten sie eine Sicherheit von nahezu 99 %, jedoch liegt die Versagensrate bei typischer Anwendung bei etwa 9 % pro Jahr [2]. Die Einnahme erfolgt in der Regel über 21 Tage, beginnend am ersten Tag der Menstruation, gefolgt von einer 7-tägigen Pause.
Verhütung mit dem Pflaster
Das hormonelle Verhütungspflaster ist etwa 3–4 cm groß und hautfarben. Es wirkt auf die Eierstöcke und bietet einen hohen Schutz vor Schwangerschaft. Es kann auf den Arm, das Bein, den Bauch oder den Rücken geklebt werden (nicht auf die Brust). Eine Packung enthält 3 Pflaster, die jeweils wöchentlich gewechselt werden, gefolgt von einer 7-tägigen Pause.
Verhütung mit Injektionen
Verhütungsspritzen enthalten Östrogen und Progesteron und verhindern den Eisprung, indem sie den Zervixschleim verdicken und so das Eindringen von Spermien erschweren. Die typische Versagensrate liegt bei etwa 4–6 % pro Jahr [2]. Sie werden monatlich oder alle 3 Monate intramuskulär verabreicht. In seltenen Fällen können Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder Brustempfindlichkeit auftreten.
Verhütung mit Implantaten
Das Implantat ist ein kleines, flexibles Stäbchen in Streichholzgröße, das unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird. Es gibt kontinuierlich Progesteron ab, verhindert den Eisprung, verdickt den Zervixschleim und verdünnt die Gebärmutterschleimhaut. Mit einer Versagensrate von unter 0,05 % im ersten Jahr gehört es zu den effektivsten Verhütungsmethoden [2]. Es wirkt etwa 3 Jahre und die Fruchtbarkeit kehrt unmittelbar nach der Entfernung zurück. Die häufigste Nebenwirkung ist eine unregelmäßige Menstruation.