Impfung
Trotz ungeschütztem und regelmäßigem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft auf natürlichem Wege zu erreichen, wird als Infertilität (Unfruchtbarkeit) definiert. In diesem Fall kommen für Paare assistierte Reproduktionstechniken zum Einsatz. Bevor solche Methoden geplant werden, werden sowohl die Frau als auch der Mann ausführlich untersucht, mögliche Ursachen der Unfruchtbarkeit analysiert und auf Grundlage der gewonnenen Befunde die für das Paar am besten geeignete Behandlungsmethode festgelegt.
Die Inseminationsbehandlung gehört zu den am häufigsten angewandten und zugleich einfachsten Methoden der assistierten Reproduktion. Sie wird insbesondere bei Paaren angewendet, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um die Chance auf eine natürliche Schwangerschaft zu erhöhen.
Was ist eine Inseminationsbehandlung (IUI)?
Die Inseminationsbehandlung basiert darauf, dass vom Mann gewonnene Samenzellen im Labor speziellen Aufbereitungsprozessen unterzogen werden. Dabei werden die qualitativ hochwertigsten und beweglichsten Spermien ausgewählt.
Diese aufbereiteten Spermien werden anschließend mithilfe eines dünnen und weichen Katheters direkt in die Gebärmutter eingebracht. Auf diese Weise wird die Barriere des Gebärmutterhalses überwunden und die Distanz zur Eizelle verkürzt, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöht wird. Voraussetzung für die Durchführung der Insemination ist, dass bei der Frau keine schwerwiegenden Probleme an den Eileitern vorliegen. Mindestens einer der Eileiter muss durchgängig sein.
Sind beide Eileiter verschlossen oder stark geschädigt, sollte anstelle einer Insemination direkt eine IVF-Behandlung (künstliche Befruchtung) in Betracht gezogen werden.
Wie lange dauert eine Inseminationsbehandlung?
Die Inseminationsbehandlung umfasst in der Regel einen Zeitraum von etwa 15 Tagen. Dieser Zeitraum wird entsprechend dem Menstruationszyklus der Frau geplant, wobei die Behandlung meist am zweiten oder dritten Zyklustag beginnt.
Der männliche Partner muss während dieses Prozesses in der Regel nur einmal in die Klinik kommen. Die Samenprobe wird am Tag des Eingriffs entnommen und im Labor aufbereitet. Die Frau hingegen muss zur Kontrolle der Eizellentwicklung möglicherweise mehrmals zu Ultraschalluntersuchungen erscheinen.
Wie verläuft der Inseminationsprozess?
Zu Beginn der Inseminationsbehandlung wird bei der Frau am zweiten oder dritten Zyklustag eine transvaginale Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Dabei werden die Eierstöcke detailliert beurteilt. Liegen keine Zysten, Infektionen oder andere behandlungshemmende Befunde vor, beginnt die Phase der Stimulation der Eierstöcke.
Die Eierstöcke werden mit vom Arzt verordneten Injektionen oder oralen Medikamenten stimuliert. Während dieses Zeitraums wird die Entwicklung der Eizellen regelmäßig mittels Ultraschall kontrolliert. Ziel ist es, eine oder mehrere gesunde Eizellen in ausreichender Größe heranreifen zu lassen.
Sobald die Follikel eine bestimmte Reife erreicht haben, wird eine Auslösespritze verabreicht, um den Eisprung einzuleiten. Etwa 36 Stunden nach dieser Injektion erfolgt die Insemination.
Die vom Mann gewonnene Samenprobe wird im Labor aufbereitet, und die ausgewählten qualitativ hochwertigen Spermien werden mithilfe eines dünnen Katheters in die Gebärmutter eingebracht. Der Eingriff erfordert keine Anästhesie, ist schmerzfrei und dauert durchschnittlich 10–15 Minuten.
Nach der Insemination ruht sich die Patientin etwa 15 Minuten aus und kann anschließend problemlos in ihren Alltag zurückkehren. Eine längere Bettruhe ist nicht erforderlich.
Etwa 12–14 Tage nach der Insemination wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt, um das Behandlungsergebnis zu beurteilen.
Für wen ist die Inseminationsbehandlung geeignet?
Die Inseminationsmethode ist nicht für jedes infertile Paar geeignet. Ob die Behandlung in Frage kommt, wird nach einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung und entsprechenden Tests entschieden.
Die Inseminationsbehandlung wird in der Regel in folgenden Fällen bevorzugt:
- Bei Männern mit leicht eingeschränkter Spermienanzahl oder -beweglichkeit
- Bei Frauen mit Ovulationsstörungen
- Bei ungeklärter Infertilität
- Bei Endometriose im Frühstadium
- Bei Schwangerschaftsproblemen aufgrund von Störungen im Bereich des Gebärmutterhalses
Abhängig von der Ursache der Unfruchtbarkeit werden in der Regel maximal zwei bis drei Inseminationsversuche empfohlen. Bleiben diese erfolglos, wird den Paaren meist eine IVF-Behandlung angeraten.
Wie hoch ist die Erfolgsrate der Inseminationsbehandlung?
Die Erfolgsrate der Inseminationsbehandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem das Alter der Frau, die Qualität der Eizellen, Anzahl und Beweglichkeit der Spermien, der Zustand der Eileiter sowie die Dauer der bestehenden Infertilität.
Im Allgemeinen liegt die Erfolgsquote der Inseminationsbehandlung zwischen 10 % und 30 %. Eine Anzahl von über 10 Millionen beweglichen Spermien, die in die Gebärmutter eingebracht werden, erhöht die Erfolgschancen deutlich.
Jeder Inseminationsversuch wird separat bewertet. Wird nach drei Versuchen keine Schwangerschaft erzielt, wird in der Regel der Übergang zur IVF-Behandlung empfohlen. In besonderen Fällen und nach ärztlicher Einschätzung kann die Inseminationsbehandlung jedoch auf bis zu fünf oder sechs Versuche ausgedehnt werden.
Insemination oder IVF?
Die Inseminationsbehandlung ist eine einfachere, kostengünstigere Methode mit geringerer körperlicher Belastung. Sie ist jedoch nicht für jedes Paar ausreichend. Insbesondere bei fortgeschrittenem Alter der Frau, schweren Spermienstörungen oder verschlossenen Eileitern sollte direkt eine IVF-Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Daher sollte die richtige Entscheidung stets nach einer umfassenden Bewertung aller medizinischen Daten durch einen Spezialisten für Infertilität und Reproduktionsmedizin getroffen werden.